Worum es geht
Ein DigitalMe ist ein digitales Gegenüber, das deine Maßstäbe kennt: die Kriterien, nach denen du entscheidest, dein Zielbild, deine Rollen. Arbeiten kann es ausschließlich mit dem, was außerhalb deines Kopfes festgehalten ist. Alles andere geht mit dir aus dem Raum.
Es entscheidet nach deinen Maßstäben, nicht nach den allgemeinen. Beraten muss es dich nicht an guten Tagen, sondern dann, wenn zwei richtige Dinge einander ausschließen.
Es trägt, wenn du nicht erreichbar bist. Urlaub, Krankheit, Übergabe, Nachfolge: Was allein in deinem Kopf steht, steht dann nirgends.
Es macht aus Ablage Assistenz. Der Unterschied zwischen einem Archiv und einem Assistenten ist, dass etwas von selbst auftaucht, wenn es gebraucht wird.
Dieser Test misst, wie weit du davon entfernt bist, und zwar an zwei Größen: was du über dich weißt, und wie viel davon so festgehalten ist, dass ein anderer Mensch oder eine Maschine damit arbeiten könnte. Gefragt wird nach Entscheidungen, die du wirklich getroffen hast — Selbsteinschätzungen auf Skalen fallen erfahrungsgemäß zu freundlich aus. Am Ende steht dein Wert, dein Feld und ein Ergebnisblatt, das dir als PDF zugeschickt wird.
Bevor wir starten
Du machst weiter
Die nächsten 18 Fragen dauern rund 18 Minuten und gehen deutlich tiefer als die zwölf davor.
Damit du unterbrechen und später an genau der Stelle deiner Unterbrechung weitermachen kannst. Den Link dafür schicke ich dir per Mail.
Deine Rollen
Schritt 1 von 3
Vorab was wir hier unter einer „Rolle” verstehen: An einer Rolle, die du einnimmst, hängen Menschen, die etwas von dir erwarten. Du triffst in dieser Rolle Entscheidungen, die dich etwas kosten. Die Rollen, für die das zutrifft, solltest du auswählen.
Die meisten Menschen haben drei bis fünf Rollen. Wenn dir eine deiner Rollen fehlt, trägst du sie unten ein.
Der Soziologe Sheldon Stryker hat gezeigt, dass Menschen ihre Rollen nicht gleichrangig tragen, sondern in einer Rangfolge — und dass sich diese Rangfolge aus den Bindungen zu den Menschen ergibt, die von den Entscheidungen in dieser Rolle betroffen sind. Je mehr Menschen an einer Rolle hängen und je stärker diese Bindungen sind, desto stärker steuert sie dein Verhalten, quer durch alle Situationen.
Die Sozialpsychologinnen Sonia Roccas und Marilynn Brewer haben 2002 ergänzt, worauf es dabei nicht ankommt: auf die Anzahl. Entscheidend ist, wie die Rollen zusammenspielen — nicht, wie viele es sind.
Für dein DigitalMe sind deine Rollen entscheidend. Es kann nur für die Rollen beraten, die du hier benennst — und es rechnet mit der Gewichtung, die du gleich vergibst.
Du kannst zu einem späteren Zeitpunkt, den wir „Review” nennen, die Rollenbesetzung und -verteilung an deine aktuelle Situation anpassen. Sie ist also nicht in Stein gemeißelt.
Schritt 2 von 3
Dein Parlament hat zwanzig Sitze. Verteile nun deine Rollen auf diese Sitze. Je wichtiger die Rolle gerade in deinem Leben ist, desto mehr Sitze bekommt sie. Du musst alle zwanzig Sitze vergeben. Ein Sitz entspricht fünf Prozent.
Der Soziologe Sheldon Stryker und der Sozialpsychologe Richard Serpe haben 1994 gezeigt, dass zwei Dinge auseinanderfallen, die man gern für dasselbe hält: wie wichtig einem eine Rolle ist, und wie stark sie das eigene Verhalten tatsächlich steuert. Wer sagt, die Familie stehe an erster Stelle, verbringt deshalb noch lange nicht die meiste Zeit dort. Beides ist wahr, und beides zählt.
Deshalb zwanzig Sitze und nicht hundert Prozent. Eine feste, kleine Zahl zwingt zum Abwägen: Jeder Sitz, den eine Rolle bekommt, fehlt einer anderen. In der Umfrageforschung heißt dieses Verfahren konstante Summe. Es liefert brauchbarere Werte als eine Skala, auf der man jeder Rolle unabhängig „sehr wichtig“ geben kann — dort landen am Ende alle oben, und die Rangfolge verschwindet.
Was dein DigitalMe damit macht. Es rät nicht, welche Rolle gerade spricht. Wenn zwei Rollen dasselbe wollen, ist die Sache einfach; wenn sie sich widersprechen, entscheidet die Gewichtung, wessen Maßstab zuerst gilt. Ohne diese Verteilung müsste ein DigitalMe an jeder Weggabelung nachfragen — und wäre damit keine Hilfe, sondern eine weitere Stimme im Raum.
Es geht um heute, nicht um immer. Verteile die Sitze so, wie dein Leben in diesem Jahr aussieht, nicht so, wie es aussehen sollte. Das Zielbild kommt später und ist eine eigene Frage.
NOCH ZU VERGEBEN: 20
Schritt 3 von 3
Fühlt sich das richtig an? Fehlt jemand? Willst du nachschärfen?
Die nächsten Fragen drehen sich um etwas, das im Alltag selten einen Namen hat. Wir nennen es Übergebbarkeit. Gemeint ist alles, was von deinem Urteil bzw. deinen Entscheidungsprinzipien übrig bliebe, wenn du eine Aufgabe abgibst. Entweder geplant, weil du den Job wechselst oder aufhörst, oder ungeplant, weil etwas dazwischenkommt.
Viele denken bei Übergebbarkeit zuerst an Ablagen, Zugänge und Passwörter. Das ist der leichtere Teil, denn er ließe sich relativ rasch übergeben.
Schwerer zu greifen ist jedoch das, was nur du weißt: wonach du entscheidest (Warum so und nicht anders?), woran du früh erkennst, dass etwas schiefläuft. Dies ist nur selten dokumentiert, zumal weil im Alltag niemand danach fragt.
Genau dieser Teil zählt zum Rohmaterial deines DigitalMe. Denn wenn etwas nur in deinem Kopf existiert, existiert es für andere nicht. Auch nicht für dein DigitalMe.
Die folgenden Fragen messen den Ist-Zustand zum Thema.
Du hast gerade mehr über dich kartiert als die meisten Menschen in einem Jahr.
Dein Ergebnis ist fertig. Wir schicken es dir als PDF.
Dein Ergebnis
Dein Ergebnis misst zwei Größen:
Hier siehst du, wo du auf beiden stehst:
Dieser Wert setzt sich aus drei Bausteinen zusammen:
Auch dieser Wert setzt sich aus drei Bausteinen zusammen:
Selbstkenntnis